

Swisca News
Auf dem Weg zum Technologieleader
Das Müllerei- und Technologie-Start-up SWISCA AG gewinnt den Best-of-Show-Award an der internationalen Müllerei-Messe IAOM in den USA. Mit einer Weltneuheit gelingt es dem Branchenneuling aus Appenzell, die Fachjury an der 125-Jahre-Jubiläumskonferenz zu überzeugen.
Drei Jahre nach der Gründung der SWISCA AG gewinnt das Appenzeller Start-up bereits einen wichtigen internationalen Branchen-Preis. Überzeugt hat die Fachjury in Little Rock vor allem das einzigartige Befeuchtungssystem «Dampe» aus der SWISCA-Ingenieursküche. Dabei wird Getreide mittels Düsen bereits zu Beginn der Verarbeitungs-Kette in der Mühle mit Wassernebel besprüht. So ist später eine höhere Effizienz in der Mehlgewinnung möglich. Gleichzeitig punktet die Innovation mit einer im Markt unerreicht hohen Energieeffizienz und hoher Lebensmittel-Sicherheit.
«Der Preis ist eine grosse Ehre und Motivation für das ganze Team. Uns ist damit gelungen, was wir uns bei der Gründung auf die Fahnen geschrieben haben: Wir wollen als Start-up-Pionier in Sachen Innovationskultur sein und in eine traditionelle Branche neue Ideen einbringen und diese auch verwirklichen», sagt Heinz Brand, Gründer und Vorstandsmitglied der SWISCA AG. Dennoch: Dieser prestigeträchtige Award an der wichtigsten Müllerei-Konferenz sei keine Selbstverständlichkeit: «Das ist uns sehr bewusst. Wir sind gegen andere grossartige Ideen angetreten. Umso befriedigender, dass die Fachjury unser Schaffen am Ende der 125-Jahr-Jubiläumskonferenz als das Beste ausgezeichnet hat.»
Gleichmässige Vermahlung und hohe Ausbeute
Ein wichtiger Produktionsprozess in einer Mühle zur Herstellung von Mehl ist das Befeuchten, um eine gleichmässige Vermahlung und eine hohe Ausbeute zu gewährleisten. Das Getreide wird so für einen optimalen Mahlzustand vorbereitet. Durch die Zugabe von Wasser zum Getreide und die Temperierung in den Silos werden die Kleie-Schichten zäh und elastisch und der Endosperm im Inneren des Korns wird weich gemacht. Dies ist die optimale Voraussetzung, um beim Mahlen die Schale und den Endosperm möglichst effizient voneinander zu trennen. Mit der Erfindung von SWISCA können Feuchtigkeit und Dichte bereits während der Verwiegung präzise gemessen und die Wasserzugabe exakt kalkuliert werden. Ein völlig neues Verfahren mit minimalem Energiebedarf bringt die Feuchtigkeit mit einem Wassernebel auf die Oberfläche der Körner auf. Die Maschine, die zusammen mit der St. Galler Trinox Engineering AG entwickelt wurde, wird zudem mittels Clean-in-Place-Technologie für eine optimale Lebensmittel-Sicherheit automatisch gereinigt. «Durch unser Verfahren resultieren Energie-Einsparungen von über 90 Prozent», erklärt Brand. «Die bisher am Markt vertretenen Produkte arbeiten mit sehr energieintensiven und lebensmittelunsichereren Maschinen-Lösungen. Stark motorisierte Rotoren mischen dabei Wasser und Getreide sehr unhygienisch durch.»
Schweizer Innovation ist gefragt
Die in Appenzell hergestellten Maschinen für führende Unternehmen der Lebensmittelverarbeitung, werden in über 40 Länder exportiert. Hauptmärkte sind Europa und Nordamerika. Also Märkte, wo in der Regel etwas mehr Mittel zur Verfügung stehen. Aber auch in den Sudan, Nigeria, Bangladesch oder Indonesien wird beispielsweise exportiert. «Das Pricing von echten Innovationen ist nach wie vor eine sehr komplexe Aufgabe im Preismanagement. Je höher der Innovationsgrad und damit die Marktchancen, desto grösser ist auch die Herausforderung, den optimalen Preispunkt zu treffen», sagt Heinz Brand. Bei SWISCA ist man davon überzeugt, dass «Swiss Made» mehr wert ist als der reine Preis. Das Label stehe auch für Qualität, Präzision, Glaubwürdigkeit und Sicherheit. «Billig ist für uns nicht nachhaltig», erklärt Brand. «Auch wenn der Export der Maschinenindustrie einmal mehr unter einem sehr starken Schweizer Franken leidet. Wir wollen mit unternehmerischer Weitsicht bewusst auf Innovationen und Schweizer Ingenieurleistungen zu setzen. Die Voraussetzungen sind in der Schweiz hervorragend; wir sind eines der innovativsten Länder der Welt. Qualifizierte Ingenieure und eine rasche und effiziente Nutzung des hohen Innovationspotenzials der Schweiz sind Voraussetzungen für ein erfolgreiches Fortbestehen.» Mit der Verlagerung der Technologien und Produkte könnten dank tiefen Lohnkosten zwar schnell hohe Profite generiert werden. Dadurch werde aber auch die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens nachhaltig zerstört, ist Heinz Brand überzeugt.
Internationale Netzwerke stärken
Aktuell arbeitet das SWISCA-Team an weiteren Erfindungen, die als Weltneuheiten am Markt etabliert werden sollen. «Die dazu notwendigen Patentanmeldungen sind aufwendig und zeitintensiv, für SWISCA aber wichtig, um technische Erfindungen gegen Nachahmung zu schützen. Eins sei aber verraten: Wir sind guter Dinge, dass der Award an der IAOM nicht unser letzter war», so Brand. Aus diesem Grund wird auch die Weiterentwicklung des Portfolios mit energieeffizienten und lebensmittelsicheren Produkten weiter vorangetrieben. Mit der unternehmerischen Expertise, der strategischen Kompetenz und dem Industrienetzwerk von SWISCA, sowie der finanziellen Stärke der Investoren sollen die Vertriebs- und Servicenetzwerke international gestärkt werden. «Das Aftermarket-Geschäft wollen wir forcieren und neue Maschinen-Lösungen für zusätzliche Applikationen entwickeln und somit das Produktportfolio nachhaltig diversifizieren. Unsere Vision: SWISCA ist in fünf Jahren ein Schweizer Technologie-Unternehmen, das dank seinen innovativen Mitarbeitenden und qualitativem Wachstum weltweiter Technologie-Leader in der Branche ist.»
Die IOAM (International Association of Operative Millers)
Die IAOM-Jahreskonferenz ist die wichtigste Veranstaltung für die Getreide-Müllerei. An der Konferenz treffen sich Fachleute aus der Müllerei und verwandten Branchen aus der ganzen Welt. Darüber hinaus ist sie die weltweit grösste Maschinenausstellung für Müllereifachleute mit über 140 Unternehmen der Mühlenindustrie.